Innovation durch Sicherheit: Chance für Nordrhein-Westfalen?
27.05.2026
Wie kann Sicherheit zum Innovationstreiber werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Zukunftsforums des Stifterverbands, das am 30. April 2026 in Wuppertal stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten, wie aktuelle sicherheitsbezogene Herausforderungen – von geopolitischen Spannungen bis hin zu technologischer Souveränität – neue Innovationsdynamiken auslösen können.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die europäische Sicherheitsforschung zunehmend an Bedeutung: Mit Horizont Europa, insbesondere im Cluster 3 „Zivile Sicherheit für die Gesellschaft“, sowie dem European Defence Fund (EDF) fördert die Europäische Union gezielt die Entwicklung innovativer Technologien und Lösungen zur Stärkung von Sicherheit, Resilienz und strategischer Autonomie in Europa.
Ein zentrales Diskussionsthema war die Rolle der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, insbesondere vor dem Hintergrund bestehender Zivilklauseln. Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte, dass das Land hier keine inhaltlichen Vorgaben machen werde. Gleichzeitig äußerte sie die Erwartung, dass das deutlich wachsende Budget im Bereich Sicherheitsforschung – etwa durch das Sondervermögen auf Bundesebene – dazu führen wird, dass sich Hochschulen künftig stärker in diesem Feld engagieren. Gerade im Kontext europäischer Förderprogramme eröffnen sich hier neue strategische Handlungsfelder für Wissenschaftseinrichtungen.
In diesem Zusammenhang verwies Frau Ministerin Brandes auf ein Positionspapier, an dem unter anderem das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr beteiligt war. Darin werden zentrale strukturelle Maßnahmen empfohlen, darunter der Aufbau einer nationalen Plattform für Forschungssicherheit sowie die Etablierung regionaler Innovation Hubs, um sicherheitsrelevante Forschung gezielt zu stärken, besser zu vernetzen und international anschlussfähig zu machen.
In den NRW-Hochschulen gewinnt das Thema weiter an Bedeutung: Im Rahmen des 17. Workshops zur Förderung des Austausches zwischen den EU- und Innovationsberaterinnen und -beratern in Nordrhein-Westfalen am 29. April 2026 wurde die zunehmende Relevanz sicherheitsbezogener Forschungsagenden diskutiert. Vor diesem Hintergrund bleibt abzuwarten, wie sich Hochschulleitungen strategisch positionieren und in welchem Umfang sie sich künftig an entsprechenden Förderlinien – etwa auf EU-Ebene – beteiligen werden.
Das Zukunftsforum machte insgesamt deutlich: Sicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem eigenständigen Innovationsfeld. Nordrhein-Westfalen verfügt mit seiner dichten Forschungslandschaft, starken Industrie und etablierten Transferstrukturen über gute Voraussetzungen, um hier eine aktive Rolle einzunehmen – vorausgesetzt, die relevanten Akteurinnen und Akteure nutzen die entstehenden Förder- und Kooperationsmöglichkeiten konsequent.
Ansprechpartner bei der ZENIT GmbH / NRW.Europa ist Dr. Bernd Janson, Tel. 0208 30004-22.
Quelle: Stifterverband, ZENIT GmbH
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