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Am 16.-17. September fanden in Brüssel die jährlichen Research & Innovation Days statt. Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren unter anderem die künftige EU-Forschungsförderung, Dual-Use-Forschung und Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI).

In ihren Ansprachen betonten Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Forschungskommissarin Ekaterina Zaharieva die Absicht der Europäischen Kommission, die EU zum besten Standort für Forschung und Innovation sowie für Techkonzerne zu machen. Dafür seien kürzlich die neuen Strategien für Start-ups und Scale-ups sowie für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen verabschiedet worden. Außerdem wolle man das Budget für Horizont Europa für die Förderperiode 2028-2034 auf 175 Mrd. Euro verdoppeln.

In der Podiumsdiskussion zum Thema „Dual Use“-Forschung wurde diskutiert, dass die Europäische Kommission eine weitreichende Öffnung ihres Forschungsrahmenprogramms für Projekte anstrebt, die sowohl zivile als auch militärische Anwendungen (Dual Use) ermöglichen. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass Europas aktuelle Forschungsförderung bislang fast ausschließlich auf den zivilen Bereich fokussiert ist, angesichts geopolitischer Herausforderungen jedoch ein Umdenken stattfindet – etwa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Biotechnologie und neue Materialien. Die ungarische Politikerin Eszter Lakos (MEP, ITRE-Ausschuss) bezeichnete Dual Use als eine Notwendigkeit, die stärkere Investitionen verdiene und warnte davor, dass Europa andernfalls technologisch gegenüber China und den USA zurückfalle.

Zum Thema Künstliche Intelligenz forderte Henna Virkkunen, die Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, eine stärkere Rolle und klare, innovationsfreundliche Regeln für KI. Sie betonte, dass die Regulierung so gestaltet werden müsse, dass sie Investitionen fördert und KI-Entwicklerinnen und KI-Entwicklern die Arbeit erleichtert und bezog sich auf die fünf Ziele des Aktionsplans für den KI-Kontinent. Dazu gehöre auch der Bau von KI-Gigafabriken, wofür sich zahlreiche Interessentinnen und Interessenten aus den Mitgliedstaaten gemeldet und bereit erklärt hätten, in den nächsten fünf Jahren bis zu 230 Mrd. Euro dafür zu investieren.

Ebenfalls wurde der Rechtsakt zum Europäischen Forschungsraum (ERA Act) besprochen. Ziel sei es, einen Binnenmarkt für Forschung, Innovation und Wissen zu etablieren und mögliche Hindernisse für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu entfernen. Kommissarin Zaharieva erklärte, dass der Rechtsakt den Standort Europa attraktiver machen und die „Choose Europe“-Initiative zur Anwerbung von Talenten ergänzen solle. Die Kommission wird den Rechtsakt voraussichtlich im Herbst 2026 vorlegen.

Alle Sessions können unter dem untenstehenden Link eingesehen werden.

Quelle: Informationen aus Brüssel der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen
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